Revier
Unter dem Titel Revier präsentiert Suburbia Contemporary eine Gruppenausstellung mit neuen Arbeiten von Leonie Gemsjäger , Martin Galle und Robert Deutsch . Im Zentrum der Ausstellung steht das Tier – nicht als beiläufiges Motiv, sondern als bedeutungstragende Figur, als Projektionsfläche menschlicher Vorstellungen und als Gegenüber von existenzieller Präsenz. Der Ausstellungstitel Revier bezeichnet ein abgegrenztes Terrain – einen Raum der Zugehörigkeit, der Verteidigung und der Orientierung. In der Tierwelt markiert das Revier eine Zone zwischen Schutz und Bedrohung. Übertragen auf die Malerei wird es zum Bildraum, in dem sich Identität, Projektion und Beziehung verdichten. Wo Tiere erscheinen, entstehen Spannungsfelder zwischen Nähe und Distanz, Instinkt und Zuschreibung sowie zwischen Natur und kultureller Bedeutung. Die Arbeiten von Martin Galle greifen das klassische Tierporträt auf und führen es in eine gegenwärtige Sensibilität über. Seine Tiere begegnen uns konzentriert und würdevoll – nicht als dekoratives Element, sondern als eigenständige Präsenz. In der Hinwendung zum einzelnen Tier wird dessen kulturgeschichtliche Dimension sichtbar: Tiere als Sinnbilder, als Träger von Mythen, religiösen Motiven und gesellschaftlichen Deutungen. Gleichzeitig betont Galle ihre natürliche Fragilität. Zwischen Ikonisierung und Empfindsamkeit entsteht ein Spannungsfeld, das das Tier als historisch aufgeladenes Motiv und als lebendiges Wesen zugleich begreift. Leonie Gemsjäger verortet ihre Arbeiten in einem Grenzraum zwischen Realität und Erinnerung, zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Leben und Abwesenheit. Ihre Bilder verweigern die eindeutige Zuordnung und öffnen einen emotionalen Raum, in dem sich das Unheimliche als Atmosphäre entfaltet. Dort, wo Verdrängtes an die Oberfläche tritt, kippt Vertrautes ins Irritierende: Eine behagliche, beinahe kindliche Welt verwandelt sich in eine Gruselzone. Tiere erscheinen hier als stille Zeugen innerer Zustände und markieren Schwellen zwischen psychischer Innenwelt und äußerer Erscheinung. Die Malereien von Robert Deutsch sind geprägt von einer offensiven Farbigkeit und einer Bildsprache, die Elemente des Comics aufnimmt und in die freie Malerei überführt. In vielschichtigen, teils übersteigerten Szenerien fungieren Tiere als symbolhafte Akteure. Sie spiegeln menschliche Triebe, Ängste und Machtstrukturen – als Alter Ego, als Maske oder als Projektionsfläche gesellschaftlicher Narrative und kultureller Prägungen. Dabei trägt die Arbeit eine politische Dimension, indem sie Fragen nach Identität, Ideologie und gesellschaftlicher Inszenierung visuell verdichtet. Das Tier wird hier zum Spiegel innerer Zustände und zugleich zum Kommentar auf soziale Wirklichkeiten. Der Ausstellungstitel Revier bezeichnet ein abgegrenztes Terrain – einen Raum der Zugehörigkeit, der Verteidigung, der Orientierung. In der Tierwelt markiert das Revier eine existenzielle Zone zwischen Schutz und Bedrohung. Übertragen auf die Malerei wird es zum Bildraum, in dem sich Identität, Projektion und Beziehung verdichten. Wo Tiere erscheinen, entstehen Spannungsfelder: zwischen Nähe und Distanz, Instinkt und Zuschreibung, Natur und kultureller Bedeutung. Text von Avem Daus